Aschenbrödel das ganze Jahr: Die App macht den Original-Drehort auch außerhalb der Wintersaison zum Erlebnis, direkt vor Ort am Schloss Moritzburg.
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Kurz & knapp: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (tschechisch Tři oříšky pro Popelku) ist ein Märchenfilm von 1973, eine Koproduktion der DDR (DEFA) und der Tschechoslowakei (Filmstudios Barrandov) unter der Regie von Václav Vorlíček. Die berühmtesten Außenaufnahmen entstanden rund um Schloss Moritzburg bei Dresden, das im Film als Schloss der Königsfamilie dient. Weitere Drehorte lagen in Tschechien: die Wasserburg Švihov und der Böhmerwald. Das Schloss Moritzburg kann man ganzjährig besuchen, die berühmte Treppe mit dem verlorenen Schuh inklusive.
Kaum ein Film gehört für so viele Menschen so fest zu Weihnachten wie dieser. Und kaum ein Märchen lädt so sehr dazu ein, seine Schauplätze mit eigenen Augen zu sehen. Dieser Beitrag beantwortet alles, was du über den Film, seine Drehorte und einen Besuch wissen willst: von der großen Frage „Wo wurde eigentlich gedreht?“ bis zu den kleinen Geschichten hinter den Kulissen, die selbst eingefleischte Fans überraschen.
Der Film erzählt die Aschenputtel-Geschichte neu, mit einer selbstbewussten, klugen Heldin, die reitet, mit der Armbrust schießt und den Prinzen mehr fordert als umgekehrt. Nach dem Tod ihres Vaters lebt Aschenbrödel als Magd auf dem eigenen Gutshof, schikaniert von Stiefmutter und Stiefschwester Dora. Der treue Knecht Vinzek schenkt ihr drei Haselnüsse, und die haben es in sich: Jede verbirgt ein Gewand, das Aschenbrödel im richtigen Moment zu genau der Frau macht, die sie sein will.
Was diesen Märchenfilm von vielen anderen abhebt, ist seine Hauptfigur. Diese Aschenbrödel wartet nicht darauf, gerettet zu werden. Sie begegnet dem Prinzen im Wald auf Augenhöhe, foppt ihn mit einem Schneeball, schlägt ihn und seine Begleiter beim Schießwettbewerb und gibt ihm am Ende ein Rätsel auf, das er erst lösen muss, um sie zu gewinnen. Genau diese Mischung aus Romantik und Eigensinn hat den Film über Generationen hinweg lebendig gehalten.
| Originaltitel | Tři oříšky pro Popelku |
| Erscheinungsjahr | 1973 (Premiere häufig auf den 1. November 1973 datiert) |
| Regie | Václav Vorlíček (1930–2019) |
| Drehbuch | František Pavlíček (im Vorspann unter dem Namen Bohumila Zelenková) |
| Vorlage | „O Popelce“ von Božena Němcová & Grimms „Aschenputtel“ (Fassung 1819) |
| Musik | Karel Svoboda |
| Produktion | DEFA (DDR) & Filmstudios Barrandov (ČSSR) |
| Hauptrollen | Libuše Šafránková (Aschenbrödel), Pavel Trávníček (Prinz) |
| Hauptdrehort | Schloss Moritzburg bei Dresden (Sachsen) |
| Weitere Drehorte | Burg Švihov, Böhmerwald, Studios Barrandov (Prag) & Babelsberg (Potsdam) |
| Läuft im TV | jedes Jahr zur Weihnachtszeit in DE, AT, CH, CZ, SK und Norwegen |
Gedreht wurde an mehreren Orten in zwei Ländern: Die Außenaufnahmen des Königsschlosses entstanden an Schloss Moritzburg bei Dresden, der Gutshof von Aschenbrödels Familie ist die Wasserburg Švihov in Tschechien, Waldszenen entstanden im Böhmerwald, und viele Innenräume in den Filmstudios Barrandov (Prag) und Babelsberg (Potsdam). Der Film ist damit im Wortsinn eine deutsch-tschechische Gemeinschaftsproduktion, auch geografisch.
Das barocke Jagdschloss Moritzburg, rund 15 Kilometer nordwestlich von Dresden auf einer künstlichen Insel gelegen, ist das Gesicht des Films. Es steht für das Schloss der Königsfamilie, vor dessen Toren der Prinz seine geheimnisvolle Unbekannte sucht. Der berühmteste Moment spielt an der Treppe an der Ostseite des Schlosses: Hier verliert Aschenbrödel auf der Flucht ihren Schuh. Heute erinnert an dieser Stelle eine Nachbildung des Schuhs aus Bronze an die Szene. Der Ort gilt inzwischen als einer der beliebtesten Plätze für Heiratsanträge in Sachsen.
Ein Detail, das viele überrascht: Die prunkvolle Ballsaal-Szene, in der sich Aschenbrödel und der Prinz beim Tanz näherkommen, entstand nicht im Schloss selbst, sondern im Studio. Das Schloss lieferte die zauberhafte Außenkulisse, das Innenleben kam aus Babelsberg und Barrandov.
Der Gutshof, auf dem Aschenbrödel schuften muss, ist die Wasserburg Švihov (deutsch Schwihau) in Westböhmen, eine der besterhaltenen Wasserburgen Tschechiens. Die winterlichen Wald- und Jagdszenen entstanden im Böhmerwald, wo deutlich mehr Schnee lag als im sächsischen Moritzburg. Wer die Reise nicht scheut, kann in Prag außerdem in den Barrandov-Studios eine Dauerausstellung mit Originalkostümen besuchen.
Ja, die wichtigsten Drehorte sind öffentlich zugänglich. Schloss Moritzburg und seine Parkanlage kann man das ganze Jahr über besichtigen, die berühmte Treppe mit dem Bronzeschuh frei besuchen, und im Winter zeigt das Schloss eine große Sonderausstellung zum Film. Auch die Burg Švihov in Tschechien ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Winterausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf Schloss Moritzburg läuft traditionell von Ende November bis Anfang März und zeigt Kostüme, Requisiten und Hintergründe. Schon die erste Ausstellung 2009/2010 zog mehr als 150.000 Besucher an; seither ist sie ein fester Termin im sächsischen Winter, oft so gefragt, dass Tickets bereits im Sommer angefragt werden.
Gut zu wissen: Im Sommer widmet sich das Schloss anderen Themen. Die Drehorte im Freien aber, allen voran die Schuh-Treppe, sind ganzjährig da.
Besonders stimmungsvoll erreicht man Moritzburg mit der historischen Schmalspurbahn Lößnitzgrundbahn ab Radebeul, eine kleine Zeitreise, die perfekt zum Märchen passt.
Die drei Haselnüsse sind das magische Herz der Geschichte: Jede enthält ein Gewand, mit dem sich Aschenbrödel in einem entscheidenden Moment verwandelt. Aus der ersten Nuss stammt ein Jägerkostüm, in dem sie als geheimnisvoller Jüngling auftritt und die Männer beim Schießen übertrifft. Die zweite Nuss birgt das Ballkleid, in dem sie den Prinzen beim Fest verzaubert. Und die dritte schenkt ihr das Brautkleid für das Happy End.
Darin steckt mehr als hübsche Ausstattung. Die drei Gewänder stehen für drei Rollen, die Aschenbrödel selbstbestimmt einnimmt: Jägerin, Ballkönigin, Braut. Sie wird nicht verwandelt, weil eine gute Fee es will, sondern greift selbst zur Nuss, wenn es ihr passt. Das ist der leise feministische Kern, der den Film bis heute so modern wirken lässt.
„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist in mehreren Ländern fester Bestandteil des Weihnachtsprogramms: In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei und Norwegen läuft der Film Jahr für Jahr zum Fest. Für viele Familien gehört er so fest zu Heiligabend wie der Tannenbaum.
Besonders innig ist die Liebe in Norwegen: Dort läuft „Tre nøtter til Askepott“ traditionell jeden Heiligabend, ganze Generationen kennen die Dialoge auswendig, und 2021 entstand sogar eine norwegische Neuverfilmung. Diese länderübergreifende Nostalgie, die selbstbewusste Heldin und die unverwechselbare Musik haben den Film zu einem der bekanntesten Märchenfilme überhaupt gemacht: einem Film, den Großeltern, Eltern und Kinder gemeinsam schauen.
Die Filmmusik stammt vom tschechischen Komponisten Karel Svoboda. Die verträumte Titelmelodie erkennt man schon nach wenigen Takten. 2009 erschien mit „Küss mich, halt mich, lieb mich“ von Ella Endlich eine deutschsprachige Fassung des Themas; es war die erste von den Erben Svobodas genehmigte deutsche Textversion und erreichte Platz 12 der deutschen Single-Charts. Die Melodie ist bis heute untrennbar mit dem Film verbunden und wird bei der Winterausstellung ebenso gespielt wie auf unzähligen Weihnachtsfeiern.
Aschenbrödel wurde von der tschechischen Schauspielerin Libuše Šafránková gespielt, den Prinzen verkörperte Pavel Trávníček. Für Šafránková war die Rolle der Durchbruch; sie blieb eine der beliebtesten Schauspielerinnen Tschechiens und wirkte später unter anderem in „Kolya“ mit, dem Film, der 1997 den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann. Libuše Šafránková starb im Juni 2021.
Pavel Trávníček, geboren 1950, wurde durch die Rolle des Prinzen international bekannt und ist bis heute als Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher aktiv. Kurios: Weil er als junger Mann einen starken mährischen Akzent hatte, wurde er in der tschechischen Fassung selbst nachsynchronisiert. Den König spielte der große DEFA-Darsteller Rolf Hoppe (1930–2018), an seiner Seite Karin Lesch als Königin. Als böse Stiefmutter blieb Carola Braunbock unvergessen.
Ausführliche Filmdaten und Hintergründe zur Produktion dokumentiert die DEFA-Stiftung.
Teste dein Wissen, die Auflösung steht direkt darunter.
1. Schloss Moritzburg
2. Drei, je ein Gewand (Jäger-, Ball- und Brautkleid)
3. Regisseur Václav Vorlíček selbst
4. Norwegen (außerdem u. a. in Deutschland, Tschechien und der Slowakei)
5. bis zu −17 °C.
Der Film läuft jedes Jahr zur Weihnachtszeit mehrfach im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in Deutschland unter anderem in der ARD und im MDR, oft schon ab den Adventswochen bis in den Januar. Die genauen Sendetermine geben die Sender jährlich im November bekannt; ein Blick ins TV-Programm ab Ende November lohnt sich. Wer nicht warten möchte, findet den Film das ganze Jahr über auf DVD/Blu-ray und bei verschiedenen Streamingdiensten.
Wer nicht nur schauen, sondern das Märchen selbst erleben möchte, kann die Original-Schauplätze rund um Schloss Moritzburg heute als interaktives Outdoor-Abenteuer entdecken. Mit der Mixed-Reality-App Set-Caching führt die Tour „Sechs Haselnüsse für Aschenbrödel und den Prinzen“ an sechs Stationen rund um das Schloss, vorbei an den echten Drehorten, inklusive kleiner Rätsel, Mini-Games und Szenen aus dem Originalfilm.
Das Besondere: Über die Set-Cam entstehen Erinnerungsfotos, auf denen man selbst neben dem Prinzen, gespielt vom originalen Aschenbrödel-Darsteller Pavel Trávníček, an der berühmten Schlosstreppe steht. Erzählt wird das Ganze von einer Märchenstimme, gesprochen von Ursela Monn. Die Tour dauert rund 65 Minuten, ist für Familien gemacht und ganzjährig spielbar, also auch dann, wenn die Winterausstellung geschlossen ist. So wird aus einem Schlossbesuch ein echtes Eintauchen in die Welt des Films.
Aschenbrödel das ganze Jahr: Die App macht den Original-Drehort auch außerhalb der Wintersaison zum Erlebnis, direkt vor Ort am Schloss Moritzburg.
Wo wurde „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht? Die Außenaufnahmen des Königsschlosses entstanden an Schloss Moritzburg bei Dresden. Der Gutshof von Aschenbrödels Familie ist die Wasserburg Švihov in Tschechien; Waldszenen entstanden im Böhmerwald, viele Innenräume in den Studios Barrandov (Prag) und Babelsberg (Potsdam).
Kann man das Aschenbrödel-Schloss besuchen? Ja. Schloss Moritzburg bei Dresden ist ganzjährig zugänglich. Die Treppe mit dem verlorenen Schuh, heute mit einem Bronzeschuh markiert, kann man frei besuchen; im Winter gibt es zusätzlich eine große Sonderausstellung zum Film.
Aus welchem Jahr stammt der Film? Der Film wurde 1973 gedreht; die Premiere wird häufig auf den 1. November 1973 datiert.
Wer spielte Aschenbrödel und den Prinzen? Aschenbrödel wurde von Libuše Šafránková gespielt (verstorben 2021), den Prinzen verkörperte Pavel Trávníček.
Ist der Film deutsch oder tschechisch? Beides: Er ist eine Koproduktion der DDR (DEFA) und der Tschechoslowakei (Filmstudios Barrandov) unter der Regie des Tschechen Václav Vorlíček.
Was bedeuten die drei Haselnüsse? Jede Haselnuss enthält ein Gewand: ein Jägerkostüm, ein Ballkleid und ein Brautkleid. Mit ihnen verwandelt sich Aschenbrödel in entscheidenden Momenten selbstbestimmt.
Wann läuft der Film im Fernsehen? Jedes Jahr zur Weihnachtszeit, mehrfach in ARD, MDR und weiteren Sendern. Die genauen Termine werden jährlich im November veröffentlicht.
Kann man die Drehorte als Erlebnis erkunden? Ja. Rund um Schloss Moritzburg lässt sich die Welt des Films mit der Set-Caching-App als interaktive Outdoor-Tour an sechs Stationen erleben, ganzjährig und familienfreundlich.
Quellen & weiterführende Informationen: DEFA-Stiftung, Schlösserland Sachsen, Wikipedia. Letzte Aktualisierung: 03.07.2026.
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